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Endlich trocken in der Nacht!

Endlich jeden Morgen im trockenen Bett aufwachen, das ist für viele Kinder und sogar Jugendliche ein Traum, dessen Erfüllung noch auf sich warten lässt. Sie und ihre Eltern leiden unter ihrem Unvermögen, das Pipi nachts einzuhalten. Oft haben sie einen so festen Schlaf, dass sie die Anzeichen nicht spüren und einfach nicht aufwachen, wenn die Blase sich entleeren möchte.

Über die Ursachen scheiden sich die Geister. Nur selten gibt es körperliche Defizite organischer oder hormoneller Art. Manchmal ist es eine Frage der Reife. Das Zusammenspiel zwischen Gehirn und Blase ist ein komplizierter Prozess, zu dessen Beherrschung manche Kinder eben länger brauchen. Vielleicht ist der Fakt beruhigend, dass eine familiäre Häufung festgestellt wurde.

Seelische Belastung als Ursache

Psychische Ursachen werden von Ärzten eher der sekundären Enuresis, wie der Fachbegriff für das Bettnässen lautet, zugeschrieben. D. h. wenn ein Kind schon trocken war und durch emotionale Belastung wieder einnässt. Auslöser können besondere Ereignisse sein, wie

– Geburt eines Geschwisterchens
– Trennung der Eltern
– schwere Krankheit oder Tod eines Familienmitglieds
– Tod eines geliebten Haustiers
– andere Belastungen in der Familie
– Mobbing
– Belastung durch Schule und Lernen

Wenn einer oder mehrere dieser Faktoren in die Zeit des normalen Trockenwerdens (meist zwischen 2,5 und 3 Jahren) fallen, kann meines Erachtens schwer unterschieden werden, ob eine primäre oder sekundäre Enuresis vorliegt. Ich bin der Meinung, dass in jedem Fall seelische Belastung eine Rolle spielt, egal, ob sie eine Ursache oder eine Folge des Problems ist.

Gut gemeinte Erziehung

Ein möglicher Auslöser ist eine zu frühe oder zu strenge Sauberkeitserziehung. Wer kennt nicht den Spruch der Großmütter, dass Kleinkinder früher mit einem Jahr schon trocken waren? Dass sie dafür eine Menge Zeit auf dem Töpfchen verbringen mussten, wird vergessen zu erwähnen. Wenn die Mutter einen zu großen Druck ausübt, kann sich eine Trotzreaktion daraus ergeben. Oder das Kind merkt, welche Macht es hat und nutzt es für sich aus, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Das alles findet natürlich auf einer unbewussten Ebene statt. In beiden Fällen kann sich das Thema verselbständigen, irgendwann findet das Kind ohne Unterbrechung des Musters den Absprung nicht mehr.

Tatsache ist, dass das Problem die ganze Familie, insbesondere meist die Mutter, über Jahre hinweg stresst. Dabei werden alle möglichen Lösungen ausprobiert. Eine gut gemeinte Idee ist es, das Kind regelmäßig, sozusagen nach der Uhr, auf die Toilette zu schicken. Theoretisch macht das Sinn und kann sogar eine Zeit lang funktionieren. Leider verlernt der Betroffene dadurch, seine natürlichen Körperfunktionen, nämlich die volle Blase, wahrzunehmen und den Toilettenbesuch darauf abzustimmen. Ziel sollte hier sein, die Aufmerksamkeit des Kindes auf das Spüren der Blase zu richten, damit es lernt, den richtigen Zeitpunkt für das Entleeren zu bemerken.

Auch ungünstiges Trinkverhalten kann eine Rolle spielen. Sinnvoll ist, die größere Menge der täglichen Flüssigkeitszufuhr auf die erste Tageshälfte zu legen und ab dem Nachmittag nur noch kleine Mengen aufzunehmen.

Systemische Gesichtspunkte

Jede Familie ist ein System, in dem die einzelnen Personen miteinander interagieren und so ein Problem lösen oder auch am Laufen halten können. Daher können noch ganz andere Punkte eine Rolle spielen, die nur erfahrene Therapeuten oder Coaches in Betracht ziehen.

Deshalb betrachte ich gerne das Befinden und Verhalten aller Familienmitglieder zum Thema. Je nachdem, wie diese reagieren, hat das Kind evtl. einen sogenannten „sekundären Gewinn“, nämlich Aufmerksamkeit – wenn auch negative. Oder auch, dass die Eltern noch eine gemeinsame Sorge haben, die sie in Kontakt hält. Kinder, die allein mit einem getrennten Elternteil leben, können sich überfordert fühlen, weil sie sich als „Partnerersatz“ sehen oder als „Mann im Haus“. Oder sie fühlen sich für die Trennung verantwortlich. Manchmal übernehmen sie auch die belastenden Gefühle eines Elternteils und das führt zu Problemen. Oder das Kind steht tagsüber so sehr unter Anspannung, dass sein parasympathisches Nervensystem nachts ein Ventil schafft. Für die genannten Beispiele sucht sich jedes Kind unbewusst eine bestimmte „Verhaltensstörung“, bei manchen ist es eben das Einnässen. Bei anderen sind es AD(H)S-Symptome, Essstörungen oder Schulprobleme u.v.m.

Stressabbau durch Wingwave und Hypnose

Mit meinen mentalen Methoden kann ich bei dem betroffenen Kind Ursachen und Zusammenhänge aufdecken, blockierende Überzeugungen über sich, die aktuelle Situation und die Welt im Allgemeinen auflösen und so sowohl den ursächlichen als auch den Folgestress reduzieren. Im optimalen Fall lässt sich auch die Mutter (oder der Vater) behandeln, damit eigene belastende Gefühle – zum Thema oder auch andere – abgebaut werden können. Wenn der Fokus losgelassen wird, ist der Weg frei zur Lösung. Mit Gelassenheit und einer entspannten Sicht der Dinge lässt sich so manches Problem lösen.

Und es hat noch keinen Menschen gegeben, der es nicht geschafft hätte, irgendwann endgültig trocken zu werden…… 😉

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Hilfe bei Unruhe und AD(H)S

AD(H)S hat viele Gesichter

Seit Jahren ist das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom – kurz AD(H)S – in aller Munde. Immer mehr Kinder zeigen in der Schule Konzentrationsprobleme, die sich natürlich negativ auf die Leistungen auswirken. Aber auch Anpassungsschwierigkeiten, fehlende Selbstorganisation und oppositionelles, teilweise sogar aggressives Verhalten machen Eltern und Lehrern vermehrt zu schaffen. ADS-Kinder sind eher unauffällig, verträumt und schalten im Unterricht einfach ab, während bei den hyperaktiven Kindern mit ADHS noch ein schier unkontrollierbarer Bewegungsdrang und ein oppositionelles Verhalten hinzu kommt, durch die sie negative Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Continue reading Hilfe bei Unruhe und AD(H)S

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Haben Sie den guten Draht zu Ihrem Kind verloren?

„Pubertät ist, wenn Eltern anfangen, schwierig zu werden.“

Sicher haben Sie den Spruch schon mal gehört. Und möglicherweise fühlen Sie sich gerade gestresst, weil Ihr Kind sich verändert hat und einfach nicht mehr auf Sie hört. Die schlechte Nachricht ist, wie Sie sicher schon ahnen: Das ist eine völlig normale Phase. Und: Da müssen Sie durch.

Was kann Ihnen in dieser Situation helfen? Gute Nerven und jeweils eine große Portion Geduld und Gelassenheit! Aber wie erreicht man das? Continue reading Haben Sie den guten Draht zu Ihrem Kind verloren?